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Kapitel 3 – Systemarchitektur & Geschäftsprozesse

Ziel dieses Kapitels

Dieses Kapitel vermittelt das grundlegende Verständnis der becharged-Systemarchitektur sowie der wichtigsten Geschäftsprozesse.

Nach dem Lesen dieses Kapitels soll der Leser verstehen:

  • welche Systeme miteinander kommunizieren,
  • welche Daten zwischen den Systemen ausgetauscht werden,
  • welche Systeme für welche Daten verantwortlich sind,
  • wie der monatliche Abrechnungsprozess grundsätzlich funktioniert.

Die detaillierten Prozessbeschreibungen werden in den folgenden Kapiteln erläutert.

3.1 Systemübersicht

Die becharged-Lösung besteht aus mehreren spezialisierten Systemen, die gemeinsam den vollständigen Geschäftsprozess rund um die Verwaltung und Abrechnung von Ladeinfrastruktur abbilden.

System Aufgabe
Gridware Verwaltung der technischen Stammdaten und Ladevorgänge
ERPNext Kaufmännische Prozesse und Abrechnung
Customer Portal Kundeninteraktion und Self-Service
Bank Zahlungsabwicklung über SEPA
DATEV Finanzbuchhaltung

Jedes System besitzt klar definierte Verantwortlichkeiten. Dadurch werden doppelte Datenpflege und inkonsistente Informationen vermieden.

3.2 Source of Truth

Ein zentrales Architekturprinzip des Projekts besteht darin, dass jede Information genau einem führenden System zugeordnet ist.

Datenobjekt Führendes System Synchronisation
Personen Gridware Gridware → ERPNext
Organisationen Gridware Gridware → ERPNext
Gridware Contracts Gridware Gridware → ERPNext
Payment Methods Gridware Gridware → ERPNext
Gridware Usages Gridware Gridware → ERPNext
Customer ERPNext (aus Gridware erzeugt) automatisch
Supplier ERPNext (aus Gridware erzeugt) automatisch
Sales Invoice ERPNext ERPNext
Purchase Invoice ERPNext ERPNext
Payment Entry ERPNext ERPNext
SEPA XML ERPNext Bank
DATEV Export ERPNext DATEV

Wichtiger Grundsatz

Änderungen an Stammdaten dürfen grundsätzlich immer im führenden System erfolgen.

Dies verhindert Inkonsistenzen zwischen Gridware und ERPNext.

3.3 Hauptprozesse im System

Das Gesamtsystem besteht aus mehreren miteinander verbundenen Geschäftsprozessen.

Diese lassen sich in fünf Hauptbereiche unterteilen:

1. Stammdatenverwaltung

Verwaltung und Synchronisation von:

  • Organisationen
  • Personen
  • Verträgen
  • Zahlungsinformationen
  • Kunden
  • Lieferanten

2. Nutzungsdaten

Import sämtlicher Ladevorgänge aus Gridware.

Diese Daten bilden die Grundlage sämtlicher Abrechnungen.

3. Abrechnung

Die importierten Nutzungsdaten werden:

  • einer Billing Period zugeordnet,
  • aggregiert,
  • anschließend fakturiert.

Hier entstehen:

  • Customer Usage Data
  • Supplier Usage Data
  • Sales Invoices
  • Purchase Invoices

4. Zahlungsabwicklung

Nach der Rechnungsstellung erfolgt:

  • SEPA-Einzug
  • Verarbeitung der Zahlungseingänge
  • Payment Entries
  • Mahnwesen

5. Finanzbuchhaltung

Zum Abschluss werden sämtliche Buchungsdaten an DATEV übergeben.

3.4 Monatlicher Geschäftsprozess

Die monatliche Abrechnung erfolgt in mehreren aufeinander aufbauenden Schritten.

Schritt 1 – API Synchronisation

Zu Beginn werden sämtliche neuen Daten aus Gridware importiert.

Hierzu gehören:

  • neue Verträge
  • neue Kunden
  • neue Lieferanten 
  • neue Ladevorgänge
  • neue Zahlungsmethoden

Schritt 2 – Billing Period

Alle importierten Nutzungen werden automatisch dem korrekten Abrechnungsmonat zugeordnet.

Die Zuordnung erfolgt anhand des Enddatums des Ladevorgangs.

Schritt 3 – Aggregation

Die einzelnen Ladevorgänge werden zusammengefasst in einem Batch.

Es entstehen:

  • Customer Usage Data
  • Supplier Usage Data

Diese bilden die eigentliche Grundlage für die Rechnungsstellung.

Schritt 4 – Rechnungsstellung

Aus den aggregierten Daten werden automatisch:

  • Sales Invoices
  • Purchase Invoices

erstellt.

Schritt 5 – Zahlungsabwicklung

Nach der Rechnungsstellung erfolgt:

  • Versand der Rechnungen
  • SEPA-Einzug
  • Verarbeitung der Zahlungseingänge

Schritt 6 – Finanzexport

Abschließend werden die Buchungsdaten an DATEV exportiert.

3.5 Automatisierungen

Ein wesentliches Ziel des Projekts besteht darin, manuelle Tätigkeiten möglichst vollständig zu automatisieren.

Zu den wichtigsten Automatisierungen gehören:

  • API-Synchronisation
  • Vertragsaktualisierung
  • Customer- und Supplier-Erstellung
  • Billing Period-Ermittlung
  • Aggregation der Nutzungsdaten
  • Erstellung von Customer Usage Data
  • Erstellung von Supplier Usage Data
  • Rechnungserstellung
  • Statusverwaltung
  • Payment Entry Verarbeitung
  • SEPA XML Erstellung

Dadurch reduziert sich der manuelle Aufwand erheblich und die Fehleranfälligkeit wird minimiert.

3.6 Architekturprinzipien

Während der Entwicklung wurden folgende Grundprinzipien verfolgt:

1. Automatisierung vor manueller Bearbeitung

Alle wiederkehrenden Prozesse sollen automatisch ausgeführt werden.

2. Nachvollziehbarkeit

Jede Rechnung muss auf die zugrunde liegenden Ladevorgänge zurückgeführt werden können.

3. Trennung von Technik und Buchhaltung

Gridware verwaltet technische Daten.

ERPNext verwaltet kaufmännische Prozesse.

4. Modulare Architektur

Jeder Prozess (Verträge, Nutzung, Billing, Rechnungen, Zahlungen) bildet ein eigenständiges Modul.

Dadurch können einzelne Komponenten unabhängig voneinander erweitert werden.