Kapitel 4 – Customer & Contract Management
Kapitel 4 – Customer & Contract Management
Ziel dieses Kapitels
Dieses Kapitel beschreibt den gesamten Lebenszyklus eines Kunden – von der Anlage in Gridware bis zur vollständigen Synchronisation nach ERPNext.
Nach diesem Kapitel soll ein neuer Mitarbeiter verstehen:
-
wo Kunden entstehen,
-
wie Verträge synchronisiert werden,
-
wie ERPNext Customer und Supplier erstellt,
-
wie Parteien miteinander verknüpft werden,
-
welche Informationen später für die Abrechnung verwendet werden.
4.1 Ziel des Customer Managements
Das Customer Management bildet die Grundlage sämtlicher Geschäftsprozesse innerhalb des Systems.
Alle späteren Prozesse wie
-
Vertragsverwaltung
-
Abrechnung
-
Zahlungsabwicklung
-
Customer Portal
-
Reporting
setzen voraus, dass Kunden und Verträge korrekt synchronisiert wurden.
Der eigentliche Kunde wird nicht direkt in ERPNext angelegt.
Stattdessen übernimmt ERPNext die Informationen automatisiert aus Gridware.
4.2 Beteiligte Objekte
Im Customer Management arbeiten mehrere Objekte zusammen.
| Objekt | Aufgabe |
|---|---|
| Gridware Organisation | Unternehmen innerhalb Gridware |
| Gridware Person | Natürliche Person |
| Gridware Party | Vertragspartner innerhalb Gridware |
| Gridware Contract | Vertrag zwischen mehreren Parteien |
| Customer | Rechnungsempfänger in ERPNext |
| Supplier | Lieferant innerhalb ERPNext |
| Contact | Ansprechpartner |
| Address | Rechnungs- und Lieferadresse |
4.3 Grundprinzip
Gridware bleibt das führende System.
ERPNext erzeugt daraus automatisch die kaufmännischen Stammdaten.
Das bedeutet:
Gridware
│
├── Organisation
├── Person
├── Party
├── Contract
│
▼
API
│
▼
ERPNext
│
├── Customer
├── Supplier
├── Contact
├── Address
├── Gridware Contract
│
▼
Billing
Neue Kunden werden daher grundsätzlich nicht manuell in ERPNext angelegt, sondern über die Synchronisation erzeugt oder aktualisiert.
4.4 Gridware Party
Die Gridware Party stellt den eigentlichen Vertragspartner innerhalb Gridware dar.
Eine Party kann sein:
-
eine Organisation
-
eine natürliche Person
Die Party dient als Bindeglied zwischen den technischen Gridware-Daten und den kaufmännischen ERPNext-Daten.
Während der Synchronisation erfolgt die Zuordnung zu:
-
Customer
-
Supplier
-
Contact
Je nach Vertragskonstellation kann eine Party unterschiedliche Rollen übernehmen.
4.5 Gridware Contract
Der Gridware Contract bildet den zentralen fachlichen Vertrag.
Er enthält sämtliche Informationen, welche später für die Abrechnung benötigt werden.
Hierzu gehören insbesondere:
-
Vertragsart
-
Vertragsstatus
-
Vertragsnehmer
-
Contract Giver
-
Customer
-
Supplier
-
Zahlungsinformationen
-
Billing-Konfiguration
Im Laufe des Projekts wurde der Gridware Contract schrittweise erweitert und bildet heute die zentrale Verknüpfung zwischen Gridware und ERPNext. Dazu gehören unter anderem die Verwaltung von Customer- und Supplier-Beziehungen sowie zusätzliche Vertragsinformationen.
4.6 Customer
Der ERPNext Customer repräsentiert den kaufmännischen Rechnungsempfänger.
Ein Customer entsteht grundsätzlich durch eine Synchronisation aus Gridware.
Folgende Informationen werden übernommen:
-
Name
-
Adressen
-
Ansprechpartner
-
Gridware-ID
-
Vertragszuordnung
-
Zahlungsinformationen
Zusätzliche ERP-spezifische Einstellungen (z. B. Debitorenkonto, Preislisten oder Steuerkonfigurationen) werden innerhalb ERPNext gepflegt.
4.7 Supplier
Neben Kunden werden auch Lieferanten automatisch verwaltet.
Supplier werden insbesondere benötigt für:
-
Betreiber der Ladeinfrastruktur
-
Lieferantenabrechnungen
-
Purchase Invoices
-
Auszahlung der Roaming-Partner
Auch Supplier werden über Gridware identifiziert und den entsprechenden Verträgen zugeordnet.
4.8 Contacts und Addresses
Für jeden Customer können mehrere Kontakte und Adressen existieren.
Beispiele:
-
Hauptadresse
-
Rechnungsadresse
-
Lieferadresse
-
Baustelle
-
Niederlassung
Ebenso können mehrere Ansprechpartner gepflegt werden.
Die Druckformate verwenden abhängig vom Dokument automatisch die passende Adresse und den passenden Kontakt.
(Hinweis: Hier können wir später auf das Kapitel "Adresslogik & Printformate" verweisen, in dem wir die gemeinsam entwickelte Logik für Customer Name, Address Title und Contact Person detailliert beschreiben.)
4.9 Synchronisationsprozess
Der Synchronisationsprozess läuft automatisiert ab.
Schritt 1
Gridware liefert Stammdaten.
↓
Schritt 2
ERPNext prüft:
Existiert die Party bereits?
↓
Nein
→ Neuer Customer / Supplier
↓
Ja
→ Aktualisierung
↓
Schritt 3
Contract wird erzeugt oder aktualisiert.
↓
Schritt 4
Verknüpfung aller Parteien.
↓
Schritt 5
Customer steht für Billing zur Verfügung.
Die Synchronisationslogik wurde mehrfach erweitert, damit bestehende Verträge nur bei tatsächlichen Änderungen aktualisiert werden und Änderungen nachvollziehbar bleiben. Gleichzeitig wurde die Zuordnung der beteiligten Parteien verbessert.
4.10 Typische Fehler
| Problem | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Customer fehlt | Party wurde nicht synchronisiert | API-Synchronisation prüfen |
| Contract fehlt | Vertrag nicht importiert | Gridware Contract Sync ausführen |
| Supplier fehlt | Party nicht zugeordnet | Parteien neu verknüpfen |
| Contact fehlt | Ansprechpartner wurde nicht übernommen | Contact-Synchronisation prüfen |
| Adresse falsch | Adressdaten in Gridware geändert | Erneute Synchronisation durchführen |
4.11 Verantwortlichkeiten
| Aufgabe | Verantwortliches System |
|---|---|
| Organisationen verwalten | Gridware |
| Personen verwalten | Gridware |
| Verträge verwalten | Gridware |
| Customer erzeugen | ERPNext |
| Supplier erzeugen | ERPNext |
| Contacts | ERPNext (Synchronisation aus Gridware) |
| Addresses | ERPNext (Synchronisation aus Gridware) |
| Rechnungen | ERPNext |
4.12 Fazit
Das Customer & Contract Management bildet das Fundament des gesamten Systems. Alle nachgelagerten Prozesse – insbesondere die Verarbeitung von Nutzungsdaten und die Abrechnung – greifen auf die hier aufgebauten Stammdaten und Vertragsbeziehungen zurück.
Meine Empfehlung für die nächsten Kapitel
Ab jetzt würde ich die Dokumentation exakt entlang des fachlichen Ablaufs aufbauen:
Kapitel 5 – Usage Management (Gridware Usage, Billing Period, Customer Usage Data und Supplier Usage Data)
Danach folgen:
-
Kapitel 6 – Billing Engine & Rechnungsstellung
-
Kapitel 7 – Finanzprozesse (SEPA, Payment Entry, DATEV, Mahnwesen)
Damit folgt die Dokumentation dem tatsächlichen Lebenszyklus eines Vorgangs – von der Vertragsanlage über die Nutzung bis hin zur fertigen Rechnung und Zahlung. Das macht sie für neue Mitarbeiter besonders intuitiv und praxisnah.